Chronik VfL Werne

Eine Chronik, erstellt zum 75-jährigen Jubiläum des VfL Werne

 

 
 

Der VfL Werne, der in diesem  Jahr 2002 auf sein 75jähriges Bestehen zurückblicken kann, wurde im Jahre 1927 gegründet, nachdem zuvor mehrere vergebliche Versuche unternommen wurden, im Stadtteil Evenkamp eine Sportgemeinschaft zu bilden. So z.B. nach Beendigung des 1. Weltkrieges 1918, dann in den Jahren 1921 und 1923. Die Gründe des Nichtzustandekommens von damals waren fehlende Übungsstätten, aber auch mangelndes Verständnis seitens der Stadt, den Sport in Evenkamp zu unterstützen.

 

Im Jahre 1927 war es endlich soweit! Erneut setzte man sich zusammen. Durch die Misserfolge der vorausgegangenen Gründungsversuche gewarnt, wurde neu beraten und beherzt geplant! So konnte am 3. August ein Sportverein ins Leben gerufen werden der zunächst, seiner soziologischen Struktur entsprechend, den Namen „Arbeiter-, Turn- und Sportverein(ATV)“ erhielt. Mit Anschluss an den Arbeiter-, Turn- und Sportbund war dann auch die Möglichkeit gegeben, an Sportgeräte zu gelangen. So wurden teils durch mühevolle Arbeit, teils durch ersparte Gelder neue Sportgeräte angeschafft. Der Turnbetrieb konnte sich nun offiziell voll entfalten, und ein Ansteigen der Zahl derer, die sich dem Verein anschlossen, war unverkennbar.

Mit dem Anwachsen der Neuzugänge kam auch der Wunsch nach anderen Sportarten auf. Dies hatte zur Folge, dass unbedingt ein Sportplatz errichtet werden  musste. In dem Gastwirt August Potthast fand man einen Mann, der u.a. Sinn und Verständnis für den Sport hatte und der dem nun aufblühenden Verein das Gelände zwischen dem Fischerhof und der Lippe kostenlos zur Verfügung stellte.

 

Im Jahre 1927 noch eine unbebaute Wiese – 1928ein Sportplatz! Fast täglich wurde nach getaner schwerer Bergmannsarbeit von den Sportlern und Mitgliedern Hand angelegt, um ca. 3000 cbm Erde zu planieren und somit in vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit das Gelände zu einem bespielbaren Sportplatz einzuebnen, das im Mai 1928 seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Nun entwickelte sich der Verein immer mehr zu einer breiten Sportgemeinschaft. Für jung und alt, männlich und weiblich gab es ausgedehnte Möglichkeiten, sich am Sport zu beteiligen. Den männlichen Mitgliedern, die fast ausschließlich Bergleute waren und Luft und Sonne brauchten, wurde der Sport  auf diesem Platz, der mitten in der grünen Landschaft lag, zur Gesundheitsvorsorge. Der damals amtierende Vorstand mit dem  Vorsitzenden Ernst Kröber und seinen  Mitarbeitern, wie Heinrich Klassen, Alfred Schmidt, Gustav Strate sen. u.a., ließen nichts unversucht, den sporthungrigen Mitgliedern das zu bieten, was sie sich wünschten. In einer Zeit, in der der wirkliche Sport noch dominierte, baute man, ebenfalls in Gemeinschaftsarbeit, eine Radrennbahn rund um den Sportplatz, auf der später spannende Radrennen ausgetragen wurden.

Selbst die Lippe wurde in das Sportgebiet mit einbezogen und von den Kanuten rege benutzt. Leichtathleten, Fußballer und Handballer, alle hatten nun ihren Platz, auf dem sie ihre Freizeit verbringen  konnten. Eine Aktivität wie sie der Verein im und nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr erreichen konnte 

 

 

Die Mannschaft 1933elf1933
v.L Vors. Willi Dreier, Michael Ogonek, Albert Geringhaus, Bernhard Juspikosky, Albert Erschens, Walter Seyfarth, Walter Greger, Fritz Neumann, Willi Zurstaßen, August Ehlert, Fritz Pötsch, Albert Anhold
Betreuer
 
Gustav Töpfer

 

Es folgten die Jahre 1933 bis 1945, die dem in voller Blüte stehenden Verein große Schwierigkeiten bereiteten. So wurde 1933 der Arbeiter-, Turn- und Sportbund aufgelöst. Die vorhandenen Sportgeräte wurden beschlagnahmt, mehrere Vorstandsmitglieder verhaftet! Es folgte die Einführung der Wehrpflicht, und nicht zuletzt der 2. Weltkrieg griff ausnahmslos die Jugend aus den Vereinen. Nur ein Zusammenschluss aller Werner Sportvereine zu der damaligen Kriegssportgemeinschaft ermöglichte bis 1945 die Aufrechterhaltung des Spielbetriebes.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges löste sich der Verein von der Kriegssportgemeinschaft und, geschwächt durch die Opfer des Krieges, wurde der alte VfL, doch zunächst bis 1948 unter dem Namen „Zentralsportverein“, durch die unermüdlichen Pioniere von 1927 wieder neu aufgebaut. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe des Vorstandes, einen Verein neu aufzubauen, dem 78, meist junge, Mitglieder verloren gingen. Alles musste neu aufgebaut werden. Selbst der Sportplatz, der in den letzten Kriegsmonaten teilweise zerstört worden war, musste wieder in Ordnung gebracht werden.

Es folgte eine Zusammenstellung der Mannschaften, angefangen bei den Schülern bis zu den Senioren, im Fußball, im Handball und der Leichtathletik. Von den Gründern dieser Sportgemeinschaft tatkräftig unterstützt, mit dem beständigen, ideellen Geist von früher, so entstand der alte VfL erneut zu einer Sportfamilie, zu einer nicht wegzudenkenden Gemeinschaft in dieser pulsierenden Zeit. 50ausflugSiege und Niederlagen, Auf-, und Abstiege der Mannschaften, aber auch die Zusammengehörigkeit dieser Sportlerfamilie in Evenkamp kennzeichnen noch heute diesen Verein.
                      

„ An der Lippe liegt ein Sportplatz!“ –So lautet der Text eines oft gesungenen Vereinsliedes der VfL’er.lippeflammen1 Aber was verbirgt sich hinter diesem so schön klingenden Lied? Mit welchem Aufwand konnte dieser Sportplatz erstellt werden? Unzählbare  Stunden und Tage sind seit der Gründung erforderlich gewesen, um in vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit von Mitgliedern den Platz spielbereit zu gestalten.

Zusammen mit dem Fußballverband und der Stadtverwaltung Werne, aber auch mit der Unterstützung des Besitzers des Platzes, Herrn Stehmann, wurde die Anlage zu einem Stadion ausgebaut. Zu einem Stadion, auf das der Verein sehr stolz war weil es in Eigenhilfe gebaut wurde!

Im Jahre 1975 lief die bestehende Vertragsverbindung – Eigentümer – Stadt Werne- VfL Werne – aus. Dank der Initiative des Stadtverbandes für Leibesübungen, in Verbindung mit der Stadt Werne und dem Eigentümer, blieb das Lippestadion seiner sportlichen Bevölkerung für weitere Jahre erhalten. Ein großer Erfolg, zumal hier auch die Eigenhilfe des VfL Werne Anerkennung fand.ehrung1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Den Evenkamp bestehenden Engpass für die sporttreibende Bevölkerung hat die Stadt Werne in vorbildlicher Weise schließen können. Bereits im Februar des Jahres 1973 wurde im Sportzentrum Dahl ein Hartplatz an den VfL übergeben, was natürlich mit viel Beifall und Anerkennung begrüßt wurde.

 Am 30.05.1981 wurde nun offiziell das Sportzentrum „Dahl“  seiner Bestimmung durch die Stadt Werne dem VfL Werne zur Nutzung übergeben.

 Man nahm ungern vom Lippestadion Abschied, aber die finanziellen Belastungen sowie die umfassenden Eigenleistungen waren auf Dauer nicht mehr zu verkraften. Denken wir nur daran, wie oft Überschwemmungen das Lippestadion unbespielbar machten. Die Instandhaltung kostete stets viel Kraft und Fleiß. An dieser Stelle wollen wir nicht die Sportkameraden Willi und Fritz Meinefeld vergessen, denn sie haben an der Lippe und am Lippestadion den Sport durch ständiges Wirken erst ermöglicht.

1999 schloss die Stadt Werne mit dem VfL einen Nutzungsvertrag für das Sportzentrum Dahl.
Das bedeutete für den Verein und seine Mitglieder weitere Aufgaben und Verantwortung. 

Den Gedanken entsprechend „ Sport überwindet Grenzen“ konnte in den vergangenen Jahren einiges erreicht werden. Bereits 1959 fand die Begegnung mit dem Fußballverein Bad Schmiedeberg aus der ehemaligen DDR statt,  1960 erfolgte der Gegenbesuch in Bad Schmiedeberg.

 Im Jahre 1964 konnte der VfL sich über einen Besuch aus Kanada, den FC Edelweiß Edmonton – Alberta, freuen. Ebenfalls seit dem Jahre 1964 steht der VfL mit der Jugendabteilung von Concordia Hamburg in einem freundschaftlichen Kontakt. Es erlebten Schüler, Jugendliche und Betreuer des VfL die Hansestadt Hamburg und Hanseaten die Lippestadt Werne. Diese Verbindung konnte ausgedehnt werden, denn zu unserem 50 jährigen Jubiläum begrüßten wir auch die Senioren des SC Concordia. Ein voller Erfolg!

  Mit Schulmannschaften des FC Southamton hat es seit 1980 eine völkerverbindende Basis gegeben, die auch seitens der Stadt Werne gebührend gewürdigt wurde. Unsere englischen Gäste waren von Werne nebst Umgebung sehr angetan. Aber auch wir haben in ihrer Heimat bereits viele erlebnisreiche Tage verbringen dürfen.

Im Herbst des Jahres 1987 wurden die ersten telefonischen Kontakte zu unseren Freunden in Vidigulfo geknüpft. Der leider viel zu früh verstorbene Sergio Nano, besser bekannt als „ Tom“, dolmetschte per Telefon die ersten Gespräche zwischen den Vereinen.

Bereits im Mai 1988 haben wir die erste Reise nach Italien unternommen. Die Herzlichkeit mit der wir aufgenommen wurden bleibt noch heute in bester Erinnerung.

 Sportliche Ergebnisse waren bei den Begegnungen beider Vereine zweitrangig, vielmehr standen die Menschlichkeit und der Umgang miteinander an erster Stelle. Die Ausweitung der Verbindung auf den Jugendbereich zeigte deutlich wie viel Freundschaft, trotz sprachlicher Barrieren, entstehen kann.

 1991 konnte als weitere einschneidende Maßnahme das Fachwerkhaus im Sportzentrum Dahl seiner Bestimmung übergeben werden. In Eigenleistung der Vereinsmitglieder wurde das Gebäude erstellt. 1992 wurde, ebenfalls durch unsere Vereinsmitglieder, eine Tribüne erbaut, die es unserer treuen Fangemeinde ermöglicht auch bei schlechter Witterungslage ihren VfL anzufeuern.

1993 fanden die baulichen Aktivitäten beim VfL Werne ihren Höhepunkt. Es wurde uns ermöglicht, das Wohnhaus im Sportzentrum als Sportheim und Begegnungsstätte zu nutzen. Nach umfangreichen baulichen Maßnamen und vielen Arbeitsstunden wurde am 03.12.1993 das Vereinsheim des VfL Werne feierlich eröffnet. Seitdem haben Mitglieder, Fans und Freunde des VfL in diesen Räumen viele Stunden in gemütlicher Runde und auch bei fröhlichen Festen, oft bis in die Morgenstunden, verbracht.

 Das Jahr 1993 brachte noch weitere erfreuliche Neuerungen. So  bekamen wir die Möglichkeit Wassergymnastikkurse im Krankenhaus Bockum-Hövel anzubieten. Bereits 1994 wurden 22 Kurse von Mutter – Kind – Schwimmen bis zu Rücken – Schwimm – Therapie durch ausgebildete Übungsleiter angeboten.

 Nachdem der Grundstock für ein erfolgreiches Vereinsgeschehen erreicht war, wurde mit aller Kraft der sportliche erfolg angestrebt. Der sportliche Leiter Franz-Josef Goßling gab deutliche Signale zur sportlichen Zielsetzung.

 Nachdem wir 1994 noch knapp an den eigene Nerven  und an Unvermögen gescheitert sind, war dem VfL  Werne die Glücksgöttin „Fortuna“ in der Spielserie 1995/96 hold, und der vielumjubelte Aufstieg in die Bezirksliga konnte gefeiert werden. In diesen Festtagen wurde wiederum der Zusammenhalt der VfL-Famile besonders deutlich. In den vereinsfarben, grün und weiß, geschmückte Straßen haben dazu beigetragen, dass die Feierstunden unvergesslich bleiben.

Es kann sich jedoch kein Verein auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen. Die wirtschaftliche Lage verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit sendet auch deutliche Signale an die Existenzsicherung der Sportvereine. Der finanzielle Gürtel ist enger zu schnallen. Schlagwörter wie Attraktivitätssteigerung, Rationalisierung, Eigenverantwortung gewinnen immer mehr an Bedeutung

. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, plante der VfL im Jahre 1997 eine Fusion mit dem SSV Werne. Zu unserem Bedauern führten diese Planungen jedoch trotz unserer Bemühungen nicht zum Erfolg, und nur wenige Zeit später fusionierte der SSV Werne dann mit einem anderen Werner Sportverein, den Sportfreunden Werne.   

Angespornt durch diesen Rückschlag zeigte sich einmal mehr der Zusammenhalt der VfL-Familie, die gegenwärtig aus über 300 aktiven und passiven Mitgliedern besteht.

Hier einige Ergebnisse:

- 1991 Aufstieg der 1. Handballmannschaft in die Bezirksklasse und 1951 Aufstieg in die Gauklasse

- 1952 Aufstieg der 1. Fußballmannschaft in die Bezirksklasse Münster. 1953 wieder abgestiegen in die 1. Kreisklasse. 1954 erneuter Wiederaufstieg , nun in die Bezirksklasse Hellweg Nord, aus der man 1955 wieder abstieg.

- 1961 Aufstieg in die Bezirksklasse Hellweg Nord, in der sich die Mannschaft 10 Jahre lang mit wechselndem Erfolg halten konnte, ehe im Spieljahr 1970/71 der Abstieg in die Kreisklasse Lüdinghausen folgte.

13 Jahre später – Serie 1983/84 -  wurde unter Spielertrainer Bernd Zickermann der Aufstieg in die Bezirksliga 8 – Dortmund – errungen. Leider kam das „Aus“ und der Abstieg schon ein Jahr später.

- 1995 Aufstieg der 2. Mannschaft in die Kreisliga A. Nun mussten „ unsere Jungs“ in der Meisterschaft gegeneinander antreten!

- Im Spieljahr 1995/96 erneut der Aufstieg in die Bezirksliga 8, in der die Mannschaft bis zum Abstieg 2000/01 hervorragende Tabellenplätze – unter den ersten 5 – belegt.

 Neben einer aktiven „Alte Herren“ Fußballmannschaft, mit zahlreichen  Turniersiegen und Kreis - und Stadtmeistertiteln, entstand im Jahr 2001 auch eine Fußball-Damenmannschaft, die im Januar 2001 ihre erste Turnierteilnahme absolvierte. Für die Zukunft sind weitere Turniere und Freundschaftsspiele geplant.

Die Jugendabteilung des VfL besteht derzeit aus einer A-Jugendmannschaft – Kreismeister der Saison 2001/02  - , einer D-, E- und F-Jugend sowie einer Mini-Kicker-Truppe.

Seit 1986 trifft sich allwöchentlich eine Damen-Gymnastikgruppe in der Barbaraturnhalle zu Turn- und Übungsstunden.

Im Jahr 1987 wurde die Karate-Abteilung im VfL von Aloisia Kreienbaum ins Leben gerufen. Diese Sportart bietet sowohl Mannschaftsgeist als auch Einzeldisziplinen für alle Altersklassen.

Abschließend möchte der VfL Werne allen Personen danken, die schon seit Jahren und Jahrzehnten einen Großteil ihrer Freizeit zum Wohle des Sports geopfert haben. Ohne die freiwillige und uneigennützige Unterstützung aller Freunde und  Gönner des VfL Werne wären „75 Jahre VfL Werne“ niemals möglich gewesen!

 Herzlichen Dank

 Der Vorstand

 

 

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